Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Ludwigshafen

Ludwigshafen

Ludwigshafen am Rhein ist die nach Mainz zweitgrößte Stadt von Rheinland-Pfalz. Ludwigshafen ist eine kreisfreie Stadt und Verwaltungssitz des Rhein-Pfalz-Kreises (bis 2003 Landkreis Ludwigshafen). Sie ging aus der ehemaligen Mannheimer Rheinschanze hervor, liegt am linken Rheinufer gegenüber der baden-württembergischen Stadt Mannheim und ist vor allem bekannt durch die BASF, die hier ihren Sitz hat. Als eines der fünf Oberzentren des Landes Rheinland-Pfalz bildet Ludwigshafen gemeinsam mit seiner baden-württembergischen Nachbarstadt Mannheim den Kern der Europäischen Metropolregion Rhein-Neckar-Dreieck. Weitere nähergelegene Großstädte sind Heidelberg (etwa 25 km südöstlich), Karlsruhe (etwa 50 km südlich) und Mainz (etwa 60 km nördlich). Die Einwohnerzahl der Stadt Ludwigshafen am Rhein überschritt um das Jahr 1925 die Grenze von 100.000, wodurch sie innerhalb eines Jahrhunderts seit ihrer Gründung im Jahr 1853 zur Großstadt wurde.

Geographie

Ludwigshafen liegt in den Auen am linken Rheinufer des Oberrheingrabens, gegenüber der Mündung des Neckars in den Rhein.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Ludwigshafen, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Osten genannt: Mannheim (kreisfreie Stadt in Baden-Württemberg), Altrip, Neuhofen, Limburgerhof, Mutterstadt sowie Fußgönheim und Maxdorf (Verbandsgemeinde Maxdorf) (alle zum Rhein-Pfalz-Kreis gehörig) und Frankenthal (Pfalz) (kreisfreie Stadt).

Stadtgliederung

kreisfreie Stadt kreisfreie Stadt kreisfreie Stadt] Das Stadtgebiet von Ludwigshafen ist gemäß § 2 der Hauptsatzung der Stadt Ludwigshafen in 10 Ortsteile gegliedert. In jedem Ortsteil gibt es einen aus 7 bis 15 Mitgliedern bestehenden Ortsbeirat und einen Ortsvorsteher. Die Ortsbeiräte sind zu wichtigen, den Ortsteil betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt dann jedoch dem Gemeinderat der Gesamtstadt Ludwigshafen am Rhein. Die Ortsteile sind zum Teil in weitere Stadtteile beziehungsweise statistische Bezirke untergliedert. Diese Einteilung dient lediglich statistischen Zwecken.

Ortsteile mit ihren zugehörigen Stadtteilen beziehungsweise Bezirken


- Südliche Innenstadt
  - Mitte
  - Süd
- Nördliche Innenstadt
  - Nord
  - Hemshof
  - West
- Friesenheim
  - Roßlache
- Oppau
  - Edigheim
  - Pfingstweide
- Gartenstadt
  - Hochfeld
  - Niederfeld
  - Ernst-Reuter-Siedlung
- Mundenheim
- Oggersheim
  - Melm
  - Notwende
- Rheingönheim
- Maudach
- Ruchheim

Geschichte

Ruchheim Der Raum Ludwigshafen ist bereits seit sehr früher Zeit besiedelt. Im Bereich des Ortsteils Rheingönheim existierte das Römerkastell Rufiniana. Durch die Gemarkung der Ortsteile Maudach und Oggersheim führte die wichtige Römerstraße von Speyer nach Worms. 1607 gründet Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz am Westufer des Rheins die Mannheimer Rheinschanze als Brückenkopf der Festung Mannheim. Sie wird nach der Neugründung der Stadt Mannheim 1720 weiter ausgebaut. Die Festung wird zwischen 1799 und 1804 von Frankreich geschleift. 1804 1811 entsteht an dieser Stelle ein privater Schiffslandeplatz am Rhein. Nach dem Wiener Kongress 1815 kommt die westlich des Rheins gelegene Pfalz zu Bayern. Das Gebiet der späteren Stadt Ludwigshafen gehört somit zunächst zum Distrikt beziehungsweise Kanton Mutterstadt des Landkommissariats Speyer im Rheinkreis. Ab 1820 entsteht auf dem Gelände ein privates Handelshaus, das 1843 vom bayerischen Staat erworben wird. Dieser benennt es zu Ehren von König Ludwig I. von Bayern in Ludwigshafen um und unterstützt die rasche Aufsiedelung als Gegenpol zur badischen Stadt Mannheim. Neun Jahre später wird die aufstrebende Siedlung zu einer selbständigen Gemeinde innerhalb des Landkommissariats Speyer, heute einem Landkreis vergleichbar, erklärt, die mit Wirkung vom 14. April 1853 formell errichtet wird. Ihre Gemarkungsfläche beträgt 366 ha, die sie wie folgt erhält: 240 ha von der Gemeinde Friesenheim und 126 ha von der Gemeinde Mundenheim. Beide Orte werden später eingemeindet. 1852 verlieh König Maximilian II. Ludwigshafen die Rechte einer Gemeinde: 1852 :"Seine Majestät der König haben die Bildung einer eigenen politischen Gemeinde Ludwigshafen, bestehend aus den Ansiedlungen zu Ludwigshafen, den Hemshöfen, dem Ganter- und Rohrlachhofe, so dann der Gräfenau, ferner die Bannabteilung zwischen den Gemeinden Friesenheim, Mundenheim und Ludwigshafen allergnädigst zu genehmigen geruht." Am 8. November 1859 wird die Gemeinde Ludwigshafen zur Stadt erhoben und bildet ab 1860 einen eigenen Distrikt innerhalb des Landkommissariats Speyer. Am 8. Mai 1865 wird die Konzession zur Ansiedelung der Firma BASF erteilt. Diese Firma war kurz zuvor als "Badische Anilin- und Sodafabrik" errichtet worden, hatte aber vom Mannheimer Gemeinderat kein Gelände zugebilligt bekommen, weshalb die "badische" Firma nach Ludwigshafen in die Pfalz übersiedelte. Aus ihr wird später ein weltweit operierender Konzern, der das Gesicht der Stadt und deren Geschichte bis heute nachhaltig prägt. 1882 erhält die Stadt zur Unterscheidung von gleichnamigen anderen Orten den Namenszusatz "am Rhein" und 1886 wird das bisherige Landkommissariat Speyer in ein Bezirksamt umgewandelt und gleichzeitig geteilt. Damit wird Ludwigshafen Sitz eines eigenen Bezirksamtes, aus dem später der Landkreis Ludwighafen (heute Rhein-Pfalz-Kreis) hervorgeht. 1891 wird die nördlich der Stadt gelegene Gemeinde Friesenheim eingegliedert. Es folgen bis 1974 weitere Eingemeindungen. 1920 wird Ludwigshafen kreisunmittelbar, das heißt es scheidet aus dem Landkreis Ludwigshafen aus, bleibt aber zunächst noch unter der Finanzhoheit des Landkreises. Der Bürgermeister erhält den Titel Oberbürgermeister. 1925 wird Ludwigshafen Großstadt. Im Zweiten Weltkrieg wird Ludwigshafen zusammen mit Mannheim fast vollkommen durch Luftangriffe zerstört. Man baute die Stadt im neuen Stil wieder auf. Im Zuge der rheinland-pfälzischen Gebietsreform wird 1974 die Gemeinde Ruchheim eingegliedert. Damit erreicht das Stadtgebiet seine heutige Ausdehnung.

Eingemeindungen

1974] Ehemals selbständige Städte und Gemeinden, die in die Stadt Ludwigshafen am Rhein eingegliedert wurden. Bei Gründung der Gemeinde Ludwigshafen 1853 umfasste das Gemeindegebiet lediglich 366 ha.

Einwohnerentwicklung

1974 Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. ¹ Volkszählungsergebnis

Religionen

Das Gebiet der Stadt Ludwigshafen gehörte zur Pfalz und war damit überwiegend ein evangelisches Gebiet. Doch zogen schon kurz nach Gründung der Gemeinde auch römisch-katholische Bewohner zu, so dass beide Konfessionen relativ ausgewogen vertreten waren. Die evangelischen Bewohner gehörten anfangs zu den Kirchengemeinden Oggersheim beziehungsweise Frankenthal (Pfalz), bevor sie 1862 ihre erste eigenständige Kirchengemeinde erhielten. 1913 wurde das evangelische Dekanat Ludwigshafen innerhalb der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) gegründet, zu dem heute alle evangelischen Kirchengemeinden der Stadt gehören, es sei den sie sind Glieder einer Freikirche. Die römisch-katholischen Bewohner gehörten anfangs zu den Pfarreien Friesenheim, Mundenheim und Oppau, bevor sie 1857 ihre erste eigenständige Pfarrei erhielten. Um 1913 entstand das katholische Stadtdekanat Ludwigshafen innerhalb der Diözese Speyer, zu der heute alle katholischen Pfarrgemeinden der Stadt gehören. Durch Einwanderer kamen in den letzten 10 - 20 Jahren auch andere Religionen hinzu.

Politik

Diözese Speyer

Stadtoberhäupter und Stadtrat

An der Spitze der Gemeinde (beziehungsweise Stadt) Ludwigshafen stand seit Gründung der Kommune 1853 ein ehrenamtlicher, ab 1896 ein hauptamtlicher Bürgermeister, der ab 1920 den Titel Oberbürgermeister erhielt.

Gemeinde- und Stadtoberhäupter


- 1853 - 1862: Heinrich Wilhelm Lichtenberger
- 1863 - 1868: Carl Huss
- 1868 - 1872: Joseph Hoffmann
- 1872 - 1889: Georg Kutterer
- 1890 - 1891: Wendelin Hoffmann jun.
- 1891 - 1896: Carl Grünzweig
- 1896 - 1920: Friedrich Krafft
- 1920 - 1930: Christian Weiss
- 1931 - 1937: Fritz Ecarius
- 1937 - 1941: Erich Stolleis
- 1941 - 1942: Franz Schubert, kommissarisch
- 1942 - 1943: Ludwig Holzer, kommissarisch
- 1943 - 1945: Hans Horn, kommissarisch
- 1945: Otto Stabel, kommissarisch
- 1945: Hanns Hoffmann (SPD)
- 1945 - 1955: Valentin Bauer (SPD)
- 1955 - 1957: Werner Bockelmann (SPD)
- 1957 - 1965: Hans Klüber (SPD)
- 1965 - 1993: Werner Ludwig (SPD)
- 1993 - 2001: Wolfgang Schulte (SPD)
- 2002 - : Eva Lohse (CDU) Bei den Stadtratswahlen vom 13. Juni 2004 ergab sich folgendes Ergebnis: #CDU 42,9% (-0,0) - 26 Sitze (=) #SPD 32,6% (-8,6) - 20 Sitze (-5) #REP 8,8% (+3,5) - 5 Sitze (+3) #Bündnis 90/Die Grünen 6,0% (+1,7) - 4 Sitze (+1) #FWG 5,5% (+1,5) - 3 Sitze (=) #FDP 4,1% (+1,7) - 2 Sitze (+2) Die Fraktionen von CDU und SPD arbeiten seit 2001 im Rat zusammen, haben allerdings keine offizielle Koalition gebildet.

Wappen

Koalition Das Wappen der Stadt Ludwigshafen zeigt in Rot einen gesenkten goldenen Anker. Die Stadtfarben sind Rot-Gelb-Rot. Der Anker als Symbol der Schifffahrt soll die Stadt am Rheinhafen versinnbildlichen. Das heutige Wappen wurde am 14. September 1937 vom Reichsstatthalter in Bayern genehmigt. Der Anker war auch im 1. Wappen der Stadt aus dem Jahre 1853 abgebildet. Mit der Eingemeindung von Nachbarorten veränderte sich auch das Wappen und zwar 1895 und erneut 1900. Die damaligen Wappen zeigten einen vierteiligen Wappenschild mit Anker, Rauten und Spaten beziehungsweise Anker, Rauten, Spaten und Schlüssel. 1937 reduzierte man die Wappenbilder auf den Anker allein. Die Stadtfarben, die sich üblicherweise von den Wappenfarben ableiten wurde erst 1895 offiziell genehmigt.

Städtepartnerschaften

Ludwigshafen unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
- Pasadena (USA), seit 1948
- Lorient (Frankreich), seit 1963
- Havering (Vereinigtes Königreich), seit 1971
- Sumqayıt (Aserbaidschan), seit 1987
- Dessau (Sachsen-Anhalt) seit 1988
- Antwerpen (Belgien), seit 1999

Wirtschaft und Infrastruktur

Chemische Industrie

1999 In Ludwigshafen befindet sich der Stammsitz der BASF, die hier den größten zusammenhängenden Chemiestandort der Welt - gegliedert in mehr als 300 Einzelbetriebe - betreibt. Im Umfeld der BASF und durch Ausgründungen haben sich weitere Chemieunternehmen wie z. B. die Abbott GmbH und die Raschig GmbH angesiedelt.

Ansässige Unternehmen


- Abbott GmbH & Co.KG
- Berkel Pfälzische Spritfabrik GmbH & Co.KG Alkoholrafinerie
- BK Giulini Chemie GmbH & Co. OHG
- Franz Kehl Betriebs-GmbH
- G & H MONTAGE GmbH
- Glas - Mayer GmbH & Co. KG
- ISD - Industrie Service für Datenverarbeitung GmbH
- J. Engelsmann AG
- Kamb Elektrotechnik GmbH
- Keipp elektro-bau-technik GmbH
- Lang & Peitler Automation GmbH
- Die Medien-Union (Rheinpfalz)
- MD Medicus Ges. f. medizinische Serviceleistungen mbH
- Pfalzwerke AG
- PLANEX Planen, Zelte, Hallen GmbH
- Privatbrauerei Gebr. Mayer
- Radio RPR GmbH & Co. KG
- Raschig GmbH
- Reckitt Benckiser
- Saint Gobain G & H Isover AG
- SHE Informationstechnologie AG
- Sterling SIHI GmbH
- Technische Werke Ludwigshafen AG
- VR BANK eG, Ludwigshafen

Verkehr

18px Durch das nördliche Stadtgebiet führt die Bundesautobahn 6 Saarbrücken-Nürnberg. Im Westen der Stadt führt die Bundesautobahn 61 Speyer-Koblenz vorbei. Ferner beginnen hier die A 65 in Richtung Neustadt an der Weinstraße und die A 650 in Richtung Bad Dürkheim. Folgende Bundesstraßen führen durch das Stadtgebiet: von Süden nach Norden die B 9, in Richtung Westen die B 37 nach Bad Dürkheim und in Richtung Süden die B 44. 18px Dem Hauptbahnhof, 1967 als "modernster Bahnhof Europas" eingeweiht, macht seit Dezember 2003 der S-Bahnhof Ludwigshafen-Mitte Konkurrenz. Außerdem gibt es Stadtteilbahnhöfe in Oggersheim, Mundenheim und Rheingönheim sowie einen Werksbahnhof auf dem Gelände der BASF. 18px Seit 14. Dezember 2003 erschließt die S-Bahn Rhein-Neckar den gesamten Rhein-Neckar-Raum mit Linien bis in die Westpfalz, den Odenwald und nach Südhessen führt. 18px Den öffentlichen Personennahverkehr versorgen mehrere Straßenbahnlinien der Verkehrsbetriebe Ludwigshafen (VBL), der Rhein-Haardtbahn (RHB) der MVV-Verkehr sowie Buslinien mehrerer Verkehrsbetriebe. Alle öffentlichen Verkehrsmittel sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRN) zu benutzen.

Medien

Ludwigshafen ist Sitz von Radio RPR, dem ältesten privaten Rundfunksender Südwestdeutschlands. Zudem betrieb hier der SWR ein Studio. Als Tageszeitung erscheint die Hauptausgabe der Rheinpfalz, einer Regionalzeitung mit zahlreichen Lokalausgaben in der ganzen Pfalz. In Ludwigshafen startete am 1. Januar 1984 mit dem Kabelpilotprojekt Ludwigshafen das Privatfernsehen und somit das duale Rundfunksystem in Deutschland. Aus einem Kellerstudio nahm der Sender PKS seinen Sendebetrieb auf, aus dem ein Jahr später SAT.1 wurde.

Bildung

SAT.1 In Ludwigshafen gibt es zwei Fachhochschulen:
- Die Fachhochschule Ludwigshafen - Hochschule für Wirtschaft mit Ostasieninstitut. Sie ist eine Einrichtung des Bundeslandes Rheinland-Pfalz und bildete bis 2004 Diplom-Betriebswirte/innen aus. Seit 2004 wurde auf Bachelor und Master umgestellt.
- Die Evangelische Fachhochschule Ludwigshafen - Hochschule für Sozial- und Gesundheitswesen. Sie ist eine Einrichtung der Evangelischen Kirche der Pfalz und bildet zum/zur Diplom-Sozialarbeiterin/pädagogin, Diplom Pflegepädagogen/in oder Diplom-Pflegewirt/in aus. Die nächstgelegene Universität ist die Universität Mannheim auf der gegenüberliegenden Rheinseite.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater und Orchester

Universität Mannheim
- Theater im Pfalzbau (ohne eigenes Ensemble)
- Studiobühne TiP
- Prinzregenten-Theater am Hemshof
- Theater Hemshof-Schachtel
- Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz - Das Orchester wurde 1919 in Ludwigshafen gegründet. Es wirkte unter anderem bei Uraufführungen von Werken von Werner Egk, Giselher Klebe und Wolfgang Rihm mit.

Museen

Wolfgang Rihm]
- Bürgermeister-Ludwig-Reichert-Haus (Kunstverein)
- Ernst Bloch-Zentrum Ausstellung über Ernst Bloch (Bloch-Archiv) und Wechselausstellungen
- Heimatmuseum in Friesenheim (Kulturgeschichte)
- Karl-Otto-Braun-Museum in Oppau (Kulturgeschichte)
- Schillerhaus in Oggersheim (Friedrich Schiller-Erstdrucke)
- Stadtmuseum Ludwigshafen (Stadtgeschichte)
- Wilhelm-Hack-Museum (Gondorfer Fund, Mittelalter, Klassische Moderne und Graphisches Kabinett)

Bauwerke

Wilhelm-Hack-Museum
- BASF-Hochhaus "Friedrich-Engelhorn-Hochhaus"
- Fernmeldeturm in Stahlbetonbauweise, Höhe: 138 Meter (Geographische Koordinaten: 8°25'25" östliche Länge, 49°28'28" nördliche Breite)
- Kaufhaus am Berliner Platz (Tortenschachtel, ein rundes Gebäude mit integrierter Straßenbahnhaltestelle)
- Faktor Haus am Berliner Platz (ein halbrundes Büro- und Geschäftsgebäude)
- Hauptbahnhof, einst der modernste Europas, mit Verkehr auf 4 Etagen
- Rathaus (Wahrzeichen der Stadt)
- Wallfahrtskirche Mariae Himmelfahrt in Oggersheim, bedeutendstes Baudenkmal im Stadtgebiet
- Wilhelm-Hack-Museum mit einer großflächigen Fassadenverkleidung von Joan Miró
- Ostasieninstitut
- Südweststadion ehemals Austragungsort der Bundesligaspiele von Waldhof Mannheim

Kunst im öffentlichen Raum

Waldhof Mannheim]
- "Eisläuferin" von Giacomo Manzù, 1957
- "Pfalzsäule" von Blasius Spreng, 1968
- "Raumsäule 22/1968" von Erich Hauser, 1968
- "Miro-Wand" am Wilhelm-Hack-Museum: Dieses Kunstwerk Joan Mirós misst 10 mal 55 Meter und ist das größte vom Künstler realisierte Werk. Es wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Keramiker Joan Gardy Artigas realisiert und 1979 anlässlich der Eröffnung des Museums an der Südwestfassade installiert.
- "Endlose Treppe (Monument für Ernst Bloch)" von Max Bill, 1991
- "Lutherbrunnen" von Gernot und Barbara Rumpf, 1992
- "Geteilte Kugel" von Friedrich Becker, 1992
- "Deux lignes indéterminées" (Zwei unbestimmte Linien) von Bernar Venets, 1993
- "Ring des Seyns" von Kazuo Katase, 1998
- "Conversation" von George Rickey, 1999

Sonstige Sehenswürdigkeiten


- Ebertpark
- Maudacher Bruch
- Parkinsel

Regelmäßige Veranstaltungen


- Februar: Fasnachtsumzug (jährlich im Wechsel mit Mannheim)
- Juni/Juli: Festival des deutschen Films
- Juli: Parkfest (Ebertpark)
- Juli/August: Kultursommer Rheinland-Pfalz (Straßentheater)
- Oktober: Friesenheimer Kerwe
- Oktober: Oktoberfest (gegenüber Südweststadion)
- November/Dezember: Weihnachtsmarkt

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

die Liste ist unvollständig
- 1884 Carl Clemm (1836-1899), Direktor und Vorstandsmitglied der BASF; die Ehrenbürgerwürde wurde ihm vom Friesenheimer Gemeinderat verliehen und später von Ludwigshafen übernommen
- 1892 August Clemm (1839-1910), Direktor und Aufsichtsratsmitglied der BASF
- 1960 Carl Wurster (1900-1974), Aufsichtsratsvorsitzender der BASF
- 1970 Ernst Bloch, Philosoph
- 1983 Herbert Müller, deutscher Politiker (SPD), MdL (Rheinland-Pfalz)
- 1985 Günther Janson, Bürgermeister
- 1993 Werner Ludwig, Oberbürgermeister
- Monsignore Erich Ramstetter
- Friedhelm Borggrefe, Dekan
- Friedrich Wilhelm Wagner (1894-1971), deutscher Politiker (SPD), MdR, MdB, Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts
- 2005 Helmut Kohl, deutscher Politiker (CDU), MdB, MdL (Rheinland-Pfalz), Bundeskanzler, rheinland-pfälzischer Ministerpräsident Ministerpräsident

Söhne und Töchter der Stadt


- 1874, 17. Oktober, Ludwig Siebert, † 1. November 1942 in Stock/Chiemsee, Ministerpräsident von Bayern 1933-1942
- 1869, 23. Oktober, Robert Lauterborn, † 11. September 1952 in Freiburg, Hydrobiologe, Zoologe, Botaniker und Wissenschaftshistoriker
- 1885, 8. Juli, Ernst Bloch, † 4. August 1977 in Tübingen, Philosoph und Schriftsteller
- 1886, Ernst A. Lehmann, † 7. Mai 1937 in Lakehurst, Luftschiffkapitän und Zeppelinbauer
- 1893, 15. Juli , William Dieterle, † 8. Dezember 1972 in Ottobrunn, Filmregisseur und Schauspieler
- 1902, Senta Geißler, † 2000, Malerin
- 1929, 12. November, Waldemar Schreckenberger, Staatssekretär und Chef des Bundeskanzleramts 1982-1984
- 1929, 16. Dezember, Kurt Böckmann, Innenminister von Rheinland-Pfalz 1976-1987
- 1930, 28. Januar, Kurt Biedenkopf, Ministerpräsident von Sachsen 1990-2002
- 1930, 3. April im Ortsteil Friesenheim, Helmut Kohl, Bundeskanzler 1982-1998, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz 1969-1976
- 1935, 8. März, Gerd Forster, Schriftsteller
- Sigi Schwab, Gitarrist und Komponist
- 1953, 6. Januar, Manfred Kaltz, Fußballspieler
- 1960, Volker Bengl, Tenor
- 1963, 7. Mai, Tara Gee, Sängerin (Fang nochmals von vorne an)

Literatur


- Kathrin Bräuer: Ludwigshafen. Ein Bildband in Farbe. Fotos von Johannes Hahn. Wartberg, Gudensberg-Gleichen 2000 ISBN 3-86134-593-5
- Siegfried Fauck: Geschichte der Stadt Ludwigshafen am Rhein in Daten. 2. A. Stadtarchiv, Ludwigshafen 1989 ISBN 3-924667-14-4
- Städtebibliographie Ludwigshafen am Rhein. Band 1 = Erscheinungen bis 1990. Jürgen Nürnberger, Ludwigshafen 1993 ISBN 3-929153-03-3
- Städtebibliographie Ludwigshafen am Rhein. Band 2 = Erscheinungen 1991-1995 und Nachträge. Jürgen Nürnberger, Ludwigshafen 1998 ISBN 3-929153-06-8
- Städtebibliographie Ludwigshafen am Rhein. Band 3 = Erscheinungen 1996-2000 und Nachträge. Jürgen Nürnberger, Ludwigshafen 2004 ISBN 3-929153-09-2 [bisher 9284 Literaturnachweise]
- Städtebibliographie Ludwigshafen am Rhein. Band 4 = Erscheinungen 2001-2005 und Nachträge. Jürgen Nürnberger, Ludwigshafen [in Vorbereitung Feb 2006, erscheint periodisch alle 5 Jahre]
- Städtebuch Rheinland-Pfalz und Saarland. Band IV 3. Teilband aus Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte. Stuttgart 1964

Siehe auch


- Portal:Ludwigshafen, Nahverkehr in Ludwigshafen am Rhein
-
Kategorie:Ort in Rheinland-Pfalz Kategorie:Ludwigshafen am Rhein Kategorie:Vorderpfalz ja:ルートヴィッヒスハーフェン

Mainz

Mainz (franz. Mayence), gegenüber der Mündung des Mains am Rhein gelegen, ist Landeshauptstadt und zugleich die größte Stadt des Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Mainz ist Sitz einer Universität, eines Bistums sowie mehrerer Fernseh- und Rundfunkanstalten und versteht sich als eine Hochburg der rheinischen Fastnacht. Die größten Nachbarstädte sind Wiesbaden, Ludwigshafen, Mannheim, Darmstadt und Frankfurt am Main. Mainz ist eines der fünf Oberzentren des Landes Rheinland-Pfalz und bildet mit Wiesbaden ein länderübergreifendes Doppelzentrum. Die Einwohnerzahl der Stadt Mainz überschritt im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts die Grenze von 100.000, wodurch die Stadt zur Großstadt wurde.

Geografie

Mainz liegt am westlichen (linken) Ufer des Rheins, der die östliche Stadtgrenze bildet. Im Süden und Westen wird die Stadt vom Rande der rheinhessischen Hochfläche begrenzt und im Norden dehnt sich ein vom Rhein zurückgewichenes Ufervorland aus.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Mainz, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt:
- Rechtsrheinisch (Hessen): :Landeshauptstadt Wiesbaden (kreisfreie Stadt, einschließlich der von Wiesbaden verwalteten Mainzer Stadtteile Mainz-Kastel, Mainz-Kostheim und Mainz-Amöneburg) sowie die ehemalige Mainzer Stadtteile Ginsheim und Gustavsburg, die nunmehr die hessische Gemeinde Ginsheim-Gustavsburg (Kreis Groß-Gerau) bilden.
- Linksrheinisch die zum Landkreis Mainz-Bingen gehörigen Gemeinden: :Bodenheim, Gau-Bischofsheim und Harxheim (Verbandsgemeinde Bodenheim), Mommenheim (Verbandsgemeinde Nierstein-Oppenheim), Zornheim, Nieder-Olm, Ober-Olm, Klein-Winternheim und Essenheim (alle Verbandsgemeinde Nieder-Olm), Wackernheim und Heidesheim am Rhein (Verbandsgemeinde Heidesheim am Rhein) und Budenheim (verbandsfreie Gemeinde)

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet von Mainz ist entsprechend der Hauptsatzung der Stadt Mainz in 15 Ortsbezirke aufgeteilt. Jeder Ortsbezirk hat einen aus jeweils 13 direkt gewählten Mitgliedern bestehenden Ortsbeirat und einen ebenfalls direkt gewählten Ortsvorsteher, der Vorsitzender des Ortsbeirats ist. Der Ortsbeirat ist zu allen wichtigen Fragen, die den Ortsbezirk berühren, zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt dann jedoch dem Gemeinderat der Gesamtstadt Mainz. Ortsvorsteher Ortsbezirke der Stadt sind:

Geschichte

Siehe Hauptartikel Geschichte der Stadt Mainz

Vorgeschichte und römische Zeit

Geschichte der Stadt Mainz Das Stadtgebiet des heutigen Mainz war schon zur letzten Eiszeit vor 20.000 bis 25.000 Jahren eine Raststätte für Jäger, wovon 1921 bei Ausgrabungenen entdeckte Relikte zeugen. Erste dauerhafte Ansiedelungen im Mainzer Stadtgebiet sind jedoch keltischen Ursprungs. Die Kelten waren in der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends v. Chr. die dominierende Kraft am Rhein. Aus diesen keltischen Siedlungen und der mit ihnen im Zusammenhang stehenden keltischen Gottheit Mogon (in etwa vergleichbar dem griechischen Apoll) leiteten die nach dem gallischen Krieg (52 v. Chr.) am Rhein eintreffenden Römer die Bezeichnung Mogontiacum für ihr neues Legionslager ab. Lange Zeit wurde angenommen, dass dieses Lager um 38 v. Chr. gegründet wurde. Neuere Forschungen haben jedoch ergeben, dass die Gründung des Lagers und damit letztendlich der Stadt Mainz erst später, nämlich 13/12 v. Chr. durch Nero Claudius Drusus erfolgte. Die Stadt gehörte anschließend über 500 Jahre zum römischen Reich und war ab 89 n. Chr. Hauptstadt der Provinz Germania Superior.

Spätantike und frühes Mittelalter

Schon während der Endphase des römischen Reiches waren in der Stadt erste christliche Gemeinden entstanden. Vielleicht schon 343 ist mit Mar(t)inus ein Bischof nachweisbar. Nach den überwundenen Wirren der Völkerwanderung begann allmählich der Aufstieg der Stadt. Am Ende dieser Entwicklung stand eine herausragende Bedeutung auf kultureller, religiöser und politischer Ebene. Ab Mitte des 8. Jhs. wurde von Mainz aus durch Erzbischof Bonifatius aktiv die Christianisierung des Ostens, vor allem der Sachsen betrieben. 780/82 wurde Mainz zum Erzbistum erhoben. Die Kirchenprovinz entwickelte sich in der Folge zur größten jenseits der Alpen. Im neunten und zehnten Jahrhundert erwarb sich Mainz den Titel Aurea Moguntia: Der Einfluss der Mainzer Erzbischöfe ließ diese zu Reichserzkanzlern, Landesherren des kurmainzischen Territoriums und Königswählern (Kurfürsten) aufsteigen. Erzbischof Willigis (975 - 1011) ließ den Mainzer Dom als Zeichen seiner Macht errichten und war zeitweise als Reichsverweser der bestimmende Mann im Reich. Im Zuge dieses Aufstieges der geistlichen Macht in weltlichen Angelegenheiten war die Stadt Mainz selber unter die Kontrolle ihres Erzbischofs gefallen.

Hochmittelalter

Das Hochmittelalter brachte für die Bürger erstmals besondere Privilegien, die ihnen von Erzbischof Adalbert I. von Saarbrücken (1110 - 1137) verliehen wurden. Sie beinhalteten vor allem Steuerfreiheiten und das Recht, sich nur innerhalb der Stadt vor Gericht verantworten zu müssen. Nach der Ermordung des Erzbischofs Arnold von Selenhofen im Jahre 1160 wurden diese Privilegien jedoch wieder rückgängig gemacht. Zudem wurden die Stadtmauern auf Befehl Kaiser Friedrich Barbarossas geschleift. Obgleich derart gezeichnet, war Mainz schon bald wieder Zentrum der Reichspolitik. Friedrich Barbarossa lud schon 1184 die Elite des Reiches zu einem Hoftag anlässlich der Schwertleite seiner Söhne nach Mainz, der einigen Chronisten als größtes Fest des Mittelalters gilt. Schon 1188 kam er erneut nach Mainz, um dort auf dem Hoftag Jesu Christi zum Dritten Kreuzzug aufzubrechen. 1212 krönte Siegfried III. von Eppstein den bedeutendsten Stauferkaiser Friedrich II. im Mainzer Dom zum König. Friedrich II. kehrte 1235 nach Mainz zurück um dort einen Reichstag abzuhalten. Auf diesem wurde am 15. August der Mainzer Landfriede erlassen. In den Auseinandersetzungen, die zwischen den Staufern und ihren Gegnern in den 1240ern immer heftiger wurden, ließen sich die Mainzer Bürger von beiden Seiten umwerben. Die Folge dieser Politik war, dass die Bürgern als Preis für ihre Unterstützung 1244 von Erzbischof Siegfried III. von Eppstein ein umfassendes Stadtprivileg erhielten. Der Erzbischof war danach nur noch formal Oberhaupt der Stadt, die Selbstverwaltung, Gerichtsbarkeit und die Entscheidungsgewalt über neue Steuern ging auf die Bürgerschaft bzw. den 24-köpfigen Stadtrat über. Außerdem entband das Privileg die Bürger von ihrem Gefolgszwang in allen kriegerischen Auseinandersetzungen, die nicht die Stadtverteidigung betrafen. Von diesem Zeitpunkt an war Mainz Freie Stadt.

Freie Stadt Mainz

Freie Stadt Die Zeit als Freie Stadt (bis 1462) gilt als Höhepunkt der Stadtgeschichte. Der politische Einfluss der Bürgerschaft erreichte während dieser Zeit die höchste kommunale und überregionale Bedeutung, wovon die Gründung des Rheinischen Städtebundes 1254 ein deutliches Zeugnis ablegt. Handel und Gewerbe konnten in dieser Zeit nicht zuletzt unter dem Schutz des Städtebunds und der Garantie des Mainzer Landfriedens von 1235 florieren. Mainz stieg zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort auf. Ab 1328 begann durch Konflikte mit dem Erzbischof der Niedergang des freien Bürgertums und seiner Privilegien. In der Mainzer Stiftsfehde schlugen sich die Bürger auf die Seite des Erzbischofs Diether von Isenburg, der sich sowohl Kaiser als auch Papst zum Gegner gemacht hatte. Die Stadt wurde 1462 durch Adolf II. von Nassau, den Konkurrenten Diethers um das Erzbischofsamt, eingenommen. Adolf II. ließ sich von den Mainzer Bürgern daraufhin alle Privilegien aushändigen und beendete die Zeit der Freien Stadt. Mainz wurde kurfürstliche Residenzstadt und entwickelte sich so langsam zur Adelsmetropole ohne eigene politische Bedeutung.

Kurfürstliche Residenzstadt

Als seinen Nachfolger empfahl Adolf II. dem immer mächtigeren Domkapitel ausgerechnet wieder Diether von Isenburg. Dieser gründete 1477 die schon von Adolf II. geplante Universität. Die 1517 begonnene Reformation hatte zunächst gute Aussichten in Mainz. Der dort um 1450 von Johannes Gutenberg erfundene Buchdruck mit beweglichen Lettern ermöglichte eine rasche Ausbreitung der reformatorischen Schriften und der Mainzer Erzbischof und Kardinal Albrecht von Brandenburg stand ihren Ideen zunächst aufgeschlossen gegenüber. Letztendlich konnte sie sich aber in Mainz nicht durchsetzen. Zweimal wählte das Domkapitel mit knapper Mehrheit katholische Erzbischöfe. Mit Ausnahme von Garnisonsgemeinden konnte sich bis 1802 keine evangelische Gemeinde in der Stadt bilden. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde Mainz mehr und mehr zur Festung ausgebaut, was die Entwicklung der Stadt bis ins 20. Jahrhundert hinein beeinträchtigte. Trotz dieser Festung wurde Mainz im 30-jährigen Krieg von der schwedischen Armee kampflos eingenommen. Maßgeblich zur Beendigung des Krieges trug Johann Philipp von Schönborn bei, der 1647 Erzbischof von Mainz wurde und unter dessen Pontifikat die Stadt sich schnell wieder von den Verheerungen des Krieges erholen konnte. In der nun aufkommenden Barockzeit entstanden glanzvolle Bauten in der Stadt, die auch heute noch zum Stadtbild gehören. Mit der Amtszeit des Kurfürsten Emmerich Joseph von Breidbach zu Bürresheim (1763 - 1774) erhielt die Aufklärung auch auf politischer Ebene Einzug in die „Stadt des Adels“.

Das Ende der alten Ordnung

Die Ideen der Aufklärung führten in Frankreich schließlich zur Revolution. Der Mainzer Kurfürst und Erzbischof Friedrich Karl Joseph von Erthal unterstützte den harten Kurs des Reiches gegenüber den Revolutionären. Doch nachdem Frankreich in den Koalitionskriegen 1792 die linksrheinischen Gebiete des Reiches einschließlich Mainz erobert hatte, musste er aus der Stadt fliehen. In Mainz fanden auf Veranlassung der Besatzungsmacht 1793 die ersten freien Wahlen statt. Diese Mainzer Republik gilt als erste Demokratie auf deutschen Boden. Doch schon im Juli zogen die Franzosen nach preußischer Belagerung und Beschießung der Stadt wieder ab. Die Mainzer Republik war damit schon nach kurzer Zeit Geschichte. Die Koalitionskriege aber gingen weiter und führten 1797 zur nächsten Besetzung der Stadt. Der Adel verschwand aus Mainz und ließ die Stadt bürgerlich werden. Als Entschädigung für die von Frankreich links des Rheins enteigneten Fürsten beschloss die außerordentliche Reichsdeputation in Regensburg 1803 in ihrem Hauptschluss die Aufhebung der geistlichen Kurfürstentümer. Mainz wurde Hauptstadt des französischen Départements du Mont-Tonnerre (Donnersberg) unter Verwaltung des französischen Präfekten Jeanbon St. André. Die kurfürstlich-erzbischöfliche Zeit war damit vorbei.

Mainz im 19. Jahrhundert

Jeanbon St. André Jeanbon St. André Durch den Verlust ihrer Residenzfunktion provinzialisierte die seit 1816 zum Großherzogtum Hessen-Darmstadt gehörende Stadt im 19. Jahrhundert sehr stark. Die Festungsfunktion (nun Bundesfestung des Deutschen Bundes) behinderte außerdem die Ausdehnung der Stadt. Bedeutende Ereignisse sind in der Stadtgeschichte zu dieser Zeit daher kaum zu finden. Von nachwirkender Bedeutung ist lediglich die sich ab 1837 entwickelnde Mainzer Fastnacht. Erst ab 1886 setzte durch die Gründerzeit ein Bauboom und Bevölkerungszuwachs ein, der zusammen mit umfangreichen Eingemeindungen die Stadt 1908 zur Großstadt machte. Jedoch konnte die Stadt aufgrund der Festungsfunktion lange nicht so wachsen wie beispielsweise Wiesbaden.

Mainz im 20. Jahrhundert

Der Erste Weltkrieg beendete diesen kurzen Aufschwung. Nach dem Krieg gingen die Goldenen Zwanziger am erneut von den Franzosen besetzten Mainz fast vollständig vorbei. Nach dem Ende der Besatzungszeit 1930 kam es erneut zu umfangreichen Eingemeindungen (siehe Tabelle unten), die das Stadtgebiet verdoppelten. 1938 wurde Mainz kreisfreie Stadt. Der Nationalsozialismus konnte in Mainz zunächst nicht Fuß fassen. Noch zur Machtergreifung am 30. Januar 1933 demonstrierten mehr Menschen gegen das neue System als dafür. Nach der Machtergreifung änderte sich dies jedoch. Die 3000 Menschen große jüdische Gemeinde von Mainz wurde fast vollständig deportiert. Der Zweite Weltkrieg verschonte die Stadt zunächst. Erst 1942 fanden die ersten schwereren Bombenangriffe statt. Der schlimmste Angriff ereignete sich am 27. Februar 1945, als Mainz durch britische Bomber fast völlig zerstört wurde. Am Ende des Krieges war die Stadt zu 80 % zerstört. Nach dem Krieg wurde Mainz erneut von den Franzosen besetzt. Die Grenze der französischen und amerikanischen Besatzungszone bildete auf der Höhe von Mainz der Rhein, weswegen die rechtsrheinischen Vororte von Mainz der treuhänderischen Verwaltung der Stadt Wiesbaden unterstellt wurden. Die Neugründung der Länder Hessen und Rheinland-Pfalz machte diese Teilung endgültig. Schon 1946 wurde die 1798 aufgehobene Universität wieder errichtet. Mainz wurde Hauptstadt des neugegründeten Landes Rheinland-Pfalz und konnte so seinen fast 150-jährigen Prozess der Provinzialisierung beenden. 1962 beging die Stadt ihre 2000-Jahr-Feier.

Wappen

Das Wappen der Stadt Mainz zeigt zwei durch ein silbernes Kreuz verbundene, schräg gestellte, sechsspeichige silberne Räder auf rotem Untergrund. Die Stadtfarben sind Rot-Weiß. Ursprünglich zeigte das Wappen den Patron der Stadt, den Heiligen Martin. Das Ratssiegel der Stadt von 1300 zeigte diesen erstmals in Verbindung mit dem Rad (zur genauen Entstehungsgeschichte siehe den Artikel Mainzer Rad). Der Erzbischof von Mainz, zugleich auch Fürst des Kurstaates übernahm das Rad auch in das Territorialwappen. Zur Unterscheidung dazu führte die Stadt nun allein das Doppelrad als Wappen, wobei ab dem 16. Jahrhundert das Rad schräg gestellt wurde. Während der Zugehörigkeit der linksrheinischen Gebiete zu Frankreich wurden zunächst alle Wappen in den besetzten Gebieten verboten. Das Siegel der neugeschaffenen Mairie - dem französischen Bürgermeisteramt - zeigte die Freiheitsgöttin mit der Jakobinermütze. Nach der Kaiserkrönung Napoleons 1804 beinhaltete das Stadtsiegel den französischen Kaiseradler. Am 13. Juni 1811 wurde das Mainzer Rad wieder zugelassen. Dem Wappen wurden oben in einem Balken die drei Bienen des Hauses Napoleon hinzugefügt. Die Farben allerdings waren vertauscht. Zwischen 1835 und 1915 trug das Wappen noch ein besonderes Schildhaupt. Damit sollte Mainz als Bundesfestung abgebildet werden. Seit dem 12. Juni 1915 hat das Wappen seine heutige Form.

Religionen

1915 Jahrhundertelang war die Stadt als Sitz des höchsten (katholischen) Reichsfürsten immer katholisch geprägt. Eine frühchristliche Gemeinde bestand vermutlich schon im 2. Jahrhundert, um 343 ist das Bistum Mainz erstmals sicher erwähnt. 780/782 wurde Mainz zum Erzbistum erhoben. Erster Erzbischof von Mainz wurde Lullus, der bereits im Jahre 754 Nachfolger von Bonifatius (der als Missionsbischof nur den persönlichen Titel Erzbischof führte) geworden war. Mainz wurde in der Folge Hauptort des größten Metropolitanverbandes jenseits der Alpen (siehe Bistum Mainz). In dem sich im 13. Jahrhundert endgültig konstituierenden Kollegium der 7 Kurfürsten (Königswähler) nahm der Erzbischof von Mainz die führende Stellung ein. Die Ursprünge der Jüdischen Gemeinde sind nicht restlos geklärt. Für die These, die Juden seien mit den Römern nach Mainz gekommen, spricht sehr viel, ein Beweis ist jedoch bisher nicht gelungen. Die erste sichere Aufzeichnung stammt aus der zweiten Hälfte des 10. Jh. und ist eine hebräische Überlieferung rabbinischer Rechtsgutachten, die sich mit einer bereits blühenden jüdischen Gemeinde befassen. Indikator für die Entwicklung war wohl der Status der Stadt als wichtiger Handelsort der damaligen Zeit. Bedeutend war auch das Wirken Gerschom ben Jehudad, welcher einer der wichtigsten Gelehrten jener Zeit überhaupt war. Auf dem jüdischen Friedhof vom Mainz finden sich Grabsteine aus dem 11. Jh.. Die Gemeinde wurde mehrmals (siehe oben) durch Pogrome während der Zeit der Kreuzzüge und der Pestepidemien dezimiert. Vor 1933 hatte die Gemeinde bis zu 3000 Mitglieder, 1946 gerade noch 59. 1997 gab es 203 Mitglieder, was etwa 0,1 % der Gesamtbevölkerung ausmacht. Die alte Mainzer Synagoge in der Neustadt wurde während der Nazi-Zeit vollständig abgebrannt und zerstört. An der ursprünglichen Stelle wurden einige Säulen als Mahnmal wieder errichtet. Die Synagoge in Weisenau überstand den Krieg unbeschadet. Sie wurde Ende der 1990er Jahre restauriert und der jüdischen Gemeinde wieder als Gotteshaus übergeben. Obwohl einiges dafür sprach, wurde Mainz kein Zentrum der Reformation. Zwar war der damalige Erzbischof Albrecht von Brandenburg den Ideen des Protestantismus nicht abgeneigt, zugleich war er aber vom Ablasshandel abhängig, den Luther gerade in heftiger Weise kritisierte. Zu ersten Berührungen mit dem Protestantismus kam es so erst mit dem Schmalkaldischen Krieg und dessen Auswirkungen auf die Stadt 1552 und im 30-jährigen Krieg mit der Besetzung durch schwedische Truppen. Durchsetzen konnte sich die neue Konfession damals aber nicht. Nach dem Zusammenbruch der schwedischen Herrschaft noch während des 30-jährigen Krieges gewann wieder der Katholizismus die Oberhand. Einwohnern mit evangelischem Bekenntnis wurden die Bürgerrechte verweigert. Seit 1715 gab es in Mainz eine kleine lutherische Garnisonsgemeinde. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden vermehrt die inzwischen in die Stadt zugezogenen Protestanten nicht nur geduldet, der vom Geist der Aufklärung erfasste Kurfürst Emmerich Joseph von Breidbach zu Bürresheim und sein Großhofmeister Friedrich von Stadion beschäftigten sogar protestantische Offiziere und Kammerherren am Hof. Unter Kurfürst Erthal erhalten sie auch Einfluss auf das Bildungswesen. Eigene Kirchen erhielten sie jedoch zunächst nicht. Erst 1802, nach dem faktischen Zusammenbruch des Kurstaates also, wurde die erste evangelische Kirchengemeinde als "unierte" gegründet, das heißt sie hatte sowohl lutherische als auch reformierte Gemeindemitglieder. Sie galt als Vorbild für die 1822 durchgeführte Union beider Konfessionen in Rheinhessen. Als fördernd erwies sich auch, dass Mainz als Bundesfestung eine teilweise preußische (und damit protestantische) Besatzung hatte. Durch den einsetzenden Boom und das Wachstum der Stadt durch Zuzug von Außen wuchs die Mainzer Gemeinde rasch: Gab es 1849 27.633 Katholiken und 5.037 Protestanten, waren es 1901 49.408 Katholiken, aber schon 31.151 Protestanten. 1930 gab es in der Stadt 78.500 Katholiken und 48.500 Protestanten. Heute ist das Verhältnis zwischen den großen Konfessionen in etwa ausgeglichen. Das katholische Bistum, 1803 aufgelöst und unter Napoleon neu umschrieben, wurde 1821 in seinen heutigen Grenzen festgeschrieben und umfasst im wesentlichen die Grenzen des Großherzogtums Hessen-Darmstadt, zu dem Mainz damals gehörte. 1832 wurde Rheinhessen auch kirchlich Bestandteil der evangelischen Kirche im Großherzogtum Hessen, wo Rheinhessen eine eigene Superintendentur bildete. Nach vorübergehender Verlegung des Sitzes der Superintendentur nach Darmstadt 1882 wurde Mainz 1925 erneut Sitz derselben. 1934 wurde aus der Superintendentur die Propstei Rheinhessen, in der nunmehr mit Nassau vereinigten Kirche. Die Kirchengemeinden der Stadt gehören seither - sofern sie nicht einer Freikirche angehören - zum Dekanat Mainz (Propstei Rheinhessen) der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Auch andere christliche Religionsgemeinschaften befinden sich in Mainz: Die Altkatholische Kirche (seit 1876), die Gemeinschaft der Siebenten-Tages-Adventisten (seit 1907), die Bibelgemeinde (seit 1978), die Christengemeinschaft (seit Ende der 1920er), das Christliche Zentrum „Der Fels e.V.“, die Zeugen Jehovas, die en Christo Gemeinde (seit 1995), die Baptisten (seit 1862), die Evangelisch-methodistische Kirche (seit 1906), die Freie evangelische Gemeinde (seit 1982), die Orthodoxe Kirche (seit 1992) und seit ca. 1895 die Gemeinde der Neuapostolische Kirche. Durch Einwanderung und Einbürgerung hinzugekommen ist die muslimische Gemeinde, die mittlerweile im Stadtgebiet über sechs Gebetshäuser/-räume verfügt. Siehe auch: Konfessionsverteilung der Einwohner der Stadt Mainz (Auflistung seit 1800)

Das heutige Mainz

Entwicklung des Stadtnamens

Konfessionsverteilung der Einwohner der Stadt Mainz Im Laufe der Geschichte veränderte sich der Name der Stadt mehrmals, von einer verbindlichen Schreibweise kann wohl erst seit dem 18. Jahrhundert gesprochen werden. Dabei spielte die Veränderungen der lateinischen Sprache eine wichtige Rolle. „Mogontiacum“ stammte aus der Phase der so genannten „silbernen Latinität“. Nach Einsetzen der Hinwendung zum Mittellateinischen, das sich jenseits der Alpen rasch entwickelte, wurde das Wort ab dem 6. Jahrhundert verkürzt und fortan „Moguntia“ bzw „Magantia“ geschrieben und ausgesprochen. Im 7. Jahrhundert firmiert der Stadtname als „Mogancia“, „Magancia urbis“ bzw. „Maguntia“, im 8. Jahrhundert als „Magontia“. Im 11. Jahrhundert war der Name wieder bei „Moguntiacum“ bzw „Moguntie“ angekommen. Überhaupt war der Stadtname häufig nicht von wirklicher Sprachentwicklung (wie etwa der Lautverschiebung bei Borbetomagus - Worms), sondern von der jeweils herrschenden „Mode“ der Aussprache beeinflusst. Das 12. Jahrhundert bezeichnete die Stadt als „Magonta“, „Maguntia“, „Magontie“, und „Maguntiam“. Eine arabische Weltkarte nennt sie „maiansa“. Von 13./14. bis zum 15. Jahrhundert wandelte sich der Name von Meginze zu Menze, wobei dies die Namensentwicklung in lateinischen Quellen ist. Deutschsprachige Quellen sprechen 1315 von Meynce, 1320 von Meintz, 1322 von Maentze, 1342 von Meintze und 1357 wieder von Meintz. Zu erklären sind diese Verkürzungen mit der Änderung der Betonung des ursprünglich lateinischen Namens. Der germanische Sprachstil betonte mehr einfach die erste Silbe und ließ den Rest als Anhängsel alsbald fallen (was auch erklärt, warum aus dem langen „Borbetomagus“ das kurze „Worms“ wurde). Im 15. Jahrhundert taucht zum ersten Mal „Maintz“ auf, häufiger ist aber weiterhin „Menz“, „Mentze“, „Meintz“ oder „Meyntz“. Die ai-Formen setzten sich dann im 16. Jahrhundert durch. Diese Schreibweise wurde auch vom Barock bevorzugt, so dass sie sich durchsetzte und seit dem 18. Jahrhundert auch kaum noch verändert wurde. Eine Ausnahme bildet die französische „Umtaufung“ in Mayence während der Besetzung von 1799.

Stadtbild

1799 Die Stadt Mainz ist in ihrem weiteren Innenstadtbereich sowie in einzelnen Vororten (vor allem Mombach und Weisenau) zunehmend großstädtisch geprägt. Bei anderen Vororten (z.B. Drais oder Finthen) blieb der dörfliche Charakter weitgehend bestehen. In der Innenstadt selbst sind jedoch auch viele andere Elemente des Städtebaus erhalten geblieben. Noch klar an das mittelalterliche und frühneuzeitliche Stadtbild erinnert die heutige "Altstadt" mit ihren verwinkelten Straßen und Gassen um die Augustinerstraße. Dort finden sich auch bis heute noch Fachwerkhäuser. Große Teile der historischen Altstadt, vor allem nördlich der Ludwigsstraße, wurden im 2. Weltkrieg beschädigt und nachher abgerissen und modern überbaut. Die von Stadtbaumeister Eduard Kreyssig entworfene Neustadt war eines der größten Stadterweiterungsprojekte seiner Zeit, in dem die Stadtfläche sich fast verdoppelte. Die Neustadt entstand in der Gründerzeit um 1900, in der sich Mainz von der provinziell geprägten Festungsstadt zur Großstadt entwickelte. Das Panorama der Stadt von der Rheinseite wird heute vor allem von Bauten zweier unterschiedlicher Bauepochen geprägt: Dem Rathauskomplex (von Arne Jacobsen)mit Hilton-Hotel und Rheingoldhalle aus der Moderne und dem Barock- bzw. Renaissance Ensemble bestehend aus dem Neuen Zeughaus (heute Staatskanzlei), dem Deutschhaus (heute Landtag) und dem Kurfürstlichen Schloss. In der im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstörten Innenstadt wurden nur die wichtigsten Gebäude wiedererrichtet. Dazu gehören die vielen barocken Adelspaläste, die sich vor allem am Schillerplatz befinden. Ansonsten wurden in Mainz meist neue Häuser gebaut. Bedingt durch den erst späten Aufschwung zu Beginn der 60er Jahre sind diese Gebäude vor allem in dem Stil jener Dekade gehalten, was damals wie heute von Städtebauern kritisiert wurde. Auch viele Wohnsiedlungen im Umkreis der Stadt sind im Stil der 60er entstanden. Von den Bauepochen des 19. und 20. Jahrhunderts sind in Mainz außer der evangelischen Christuskirche und den Festungsanlagen bzw. deren Resten keine bedeutenden Gebäude erhalten geblieben. Die noch heute häufig im Stadtbild deutlich sichtbaren Bau-Zeugnisse jener Zeit sind fast ausschließlich Wohnhäuser mit oder ohne Geschäftszeile. Von den bedeutenderen Bau-Epochen in Mainz, Romanik, Gotik, Renaissance (in Ansätzen) und vor allem Barock sind jedoch noch mannigfaltige Beispiele erhalten geblieben.

Romanik und Gotik in Mainz

Kurfürstlichen Schloss Auch heute sind in der Stadt Mainz viele Zeugnisse historischer Baukultur der Romanik und Gotik erhalten, die das Stadtbild prägen. Bedeutendstes Bauwerk der Romanik in Mainz ist der Mainzer Dom, den Erzbischof Willigis zwischen 975 und 1009 errichten ließ. Da er bereits am Tag seiner Weihe weitgehend abbrannte, wurde er in den Folgejahren immer größer aufgebaut, denn auch 1081 und 1137 brannte der Dom. Er wurde von Erzbischof Bardo, Kaiser Heinrich IV., Erzbischof Konrad I. von Wittelsbach und Erzbischof Siegfried III. von Eppstein durch alle Bauepochen der Romanik weitergeführt. Zu Beginn der Epoche der Gotik wurden auch am Dom gotische Elemente verwirklicht. Unter anderem wirkte der als Naumburger Meister bekannt gewordene Künstler am Dom. Westlich vom Dom liegt die St. Johanniskirche die vermutlich über dem ersten Dom errichtet wurde und wohl selbst auch einmal Domkirche des Bistums war. Sie wurde 910 von Erzbischof Hatto geweiht und in spätkarolingischen Formen errichtet, durch Umbauten und nach Zerstörungen vor allem im Zweiten Weltkrieg ist sie jedoch mehrfach überformt worden. Zusammen mit dem Dom und der 1793 zerstörten, dem Dom östlich vorgelagerten Liebfrauenkirche bildete die Johanniskirche einst eine zusammenhängende Einheit und mit den umliegenden Plätzen („Höfchen“) die erzbischöfliche Pfalz. Nicht erhalten ist die historische Klosterkirche St. Alban, die in ihrer Größe im 8. und 9. Jh. wichtigste Kirche und geistiges Zentrum des Bistums war. Sie verfiel schon im Hochmittelalter, die Reste wurden im Markgräflerkrieg zerstört. Ebenfalls von Willigis gegründet ist die Stiftskirche St. Stephan die jedoch bald durch einen gotischen Bau ersetzt wurde und heute die größte gotische Kirche in Mainz ist. Aus der Stilepoche der Gotik stammen auch die Pfarrkirchen St. Emmeran und St. Quintin (gleichzeitig Pfarrkirche der ältesten Pfarrei von Mainz/ Vorgängerbau schon im 8. Jahrhundert). Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte gotische Kirche St. Christoph ist heute das Kriegsmahnmal der Stadt.

Renaissance

St. Quintin Bedeutendstes Bauwerk der Renaissance in Mainz ist das Kurfürstliche Schloss. Stilistisch gehört es zu der so genannten „Deutschen Renaissance“, deren spätestes Zeugnis dieser Bau ist. Ebenfalls aus der Stilepoche der Renaissance stammen das Haus Zum Römischen Kaiser, das heute das Gutenbergmuseum beherbergt und der Schönborner Hof am Schillerplatz, heute Sitz des Institut Francais. Der von Erzbischof Albrecht gestiftete Marktbrunnen gehört zu den prächtigsten Renaissancebrunnen Deutschlands. Als weiteres Zeugnis, freilich schon am Übergang zum Barock stehend, kann die ab 1615 in der Nähe des heutigen Gutenbergplatzes errichtete Domus Universitatis angesehen werden, welche für Jahrhunderte höchster Profanbau der Stadt war.

Barock und Rokoko

Die Barockzeit, vor allem während des Pontifikats Lothar Franz' von Schönborn ließ die Stadt einen beispiellosen Bauboom erleben, dessen Ergebnisse noch heute im Stadtbild zu sehen sind und dieses zum Teil sogar prägen. Am Schillerplatz, an der Großen Bleiche, in der Klarastraße sowie am Rhein finden sich heute etliche Paläste des ehemaligen Mainzer Adels. Auch einige Kirchen finden sich noch, obwohl viele aus dieser Zeit in den Wirren der Geschichte wieder zerstört wurden. Bedeutende Kirchen sind die Augustinerkirche in der gleichnamigen Altstadtstraße und die in den Formen des Rokoko errichtete Peterskirche an der Großen Bleiche. Die ebenfalls zu jener Zeit errichtete Ignazkirche (ab 1763) ist jedoch schon ein frühes Beispiel des Klassizismus.

Festungsbauten

Aus der Festungszeit der Stadt sind etliche Relikte vorhanden, die aus verschiedenen Epochen stammen. Exponiertes Beispiel des Barocks ist dabei das Palais des Festungskommandanten, welches mit der Zitadelle über der Stadt thront. Doch auch frühere Teile der alten römischen und mittelalterlichen Stadtbefestigung sind noch vorhanden und zumindest in ihrem Mauerwerk noch original. Am Rhein erheben sich das Holztor und der Eisenturm, die ihre Torfunktion jedoch durch die Aufschüttung des Rheinufers im 19. Jh. und die dadurch bedingte Straßenniveauhebung verloren haben. Der Holzturm war der Kerker des Räuberhauptmanns Schinderhannes. Spätere Zeugen des Festungsbaus sind das Fort Malakoff im Süden der Stadt, sowie das große, im Krieg nicht zerstörte, Proviant-Magazin in der Schillerstraße gegenüber des Erthaler Hofs. Abschließend lässt sich sagen, dass die Stadt letztendlich von einer Mixtur dieser Stile geprägt ist. Die Zerstörungen des Weltkrieges wurden von den Kommunalpolitikern der 1960er Jahre auch als Chance begriffen, alte Fehler bei Bauten und der Generalanlage (Straßennetz, übrige Infrastruktur) der Stadt zu beheben.

Stadtentwicklung

Nachdem das Legionslager Mogontiacum gegründet war, wurde das Lager, das im Bereich des heutigen Kästrichs liegt, sehr schnell von einzelnen Ansiedelungen (lat. cannabae) umgeben. Die Legionen brauchten Handwerker und Gewerbetreibende zur Aufrechterhaltung ihrer Einsatzfähigkeit. Diese Ansiedelungen sind der Ausgangspunkt der urbanen Entwicklung von Mainz. Nach dem Ende der römischen Herrschaft prosperierte die Stadt vor allem unter dem Einfluss des Christentums. Doch auch die Funktion als Umschlagplatz für Handelsgüter aller Art (später vor allem Messewaren, die für Frankfurt bestimmt waren) beschleunigte die Stadtentwicklung. Besiedelt wurde vor allem der Raum zwischen dem alten Römerlager und dem Rhein. Die Ausdehnung der Stadt wurde über Jahrhunderte von den Festungsmauern begrenzt. Die mittelalterliche Stadtbefestigung war ab der Mitte des 16. Jahrhunderts einer moderneren Festungsanlage gewichen, die schließlich die ganze Stadt umfasste. Außerhalb dieser Festung durften keine Steinbauten entstehen, um anrückenden Truppen keinen Schutz bieten zu können. So konnte sich die Stadt nur in den innerhalb der Mauern verbliebenen Freiflächen entwickeln. Ihr schnelleres Wachstum zum Ende des 19. Jahrhunderts bzw. zu Beginn des 20. Jahrhunderts verdankt die Stadt daher fast ausschließlich den Eingemeindungen und dem Bedeutungsverlust der Festung (von da an diente Metz als Bollwerk des Deutschen Reiches gegenüber Frankreich) nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71. Die Festung wurde von da an langsam abgerissen, so dass die Stadt nun auch außerhalb der alten Mauern expandieren konnte. Die einzelnen Eingemeindungen sind in der Tabelle unter diesem Abschnitt nachvollziehbar. Die Abtretung der rechtsrheinischen Vororte nach dem Zweiten Weltkrieg wurde durch weitere Eingemeindungen von 1969 wieder ausgeglichen. Ab 1962 entstand mit dem Lerchenberg sogar ein völlig neuer Stadtteil.

Eingemeindungen

Ehemals selbständige Gemeinden und Gemarkungen, die in die Stadt Mainz eingegliedert wurden. 1 seit September 1945 unter treuhänderischer Verwaltung der Stadt Wiesbaden
2 seit September 1945 eigenständige Gemeinden im Kreis Groß-Gerau

Einwohner

Das durch die Festung begrenzte Bauland beeinträchtigte als logische Folge auch die Entwicklung der Einwohnerzahlen. Bis zum Ende der Festung hatte die Stadt fast nie mehr als 30.000 Einwohner. Lediglich als ab den 1850er Jahren die letzten freien Räume innerhalb der Festung, wie z.b. das Kästrich, bebaut und das Rheinufer in den 1880er Jahren erweitert wurde, konnte die Einwohnerzahl stärker ansteigen. Am bedeutendsten war jedoch die Einverleibung des "Gartenfelds" bzw. der Neustadt innerhalb einer neu errichteten Stadtmauererweiterung ab 1870. Im Vergleich aber etwa mit dem Wachstum von Wiesbaden zur selben Zeit konnte sich die Einwohnerzahl nur minimal erhöhen. Erst als die Festung ihre Funktion verloren hatte, führten die Expansion der Stadt und die Eingemeindungen zu einem stärkeren Bevölkerungswachtum. Ab 1908 zählte Mainz über 100.000 Einwohner und war damit Großstadt geworden. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Einwohnerzahl wieder auf etwa 76.000 gefallen. Erst Mitte der 1960er Jahre erreichte sie wieder den Vorkriegswert. Gegenwärtig hat die Stadt über 192.000 Einwohner mit Hauptwohnsitz. Siehe auch: Genaue Einwohnerstatistik vom März 2004

Politik

Mainz wird seit 2002 im Bundestag durch Michael Hartmann (SPD) vertreten (direkt gewählter Abgeordneter). Zusätzlich wird der Wahlkreis Mainz durch Ute Granold (CDU) und Rainer Brüderle (FDP), beide jeweils über die Landeslisten gewählt, vertreten. Die Wahl 2005 hat erneut Michael Hartmann (SPD) gewonnen.

Kommunale Einordnung der Stadt

Die Stadt Mainz ist eine kreisfreie Stadt gemäß der Kommunalordnung des Landes Rheinland-Pfalz. Der Oberbürgermeister wird direkt gewählt. Zur historischen Entwicklung von der Erzbischöflichen Metropole (1011 bis 1244) über die Freie Stadt (1244 bis 1462), die Zeit als Residenzstadt unter der Verwaltung des Kurfürsten (bis 1798) und die Zeit von 1798 bis 1814 unter einer französischen Munizipalverfassung bis zum heutigen Status als kreisfreie Stadt siehe die Erläuterungen in den Artikeln über die Geschichte der Stadt Mainz. siehe auch: Liste der Oberbürgermeister von Mainz

Stadtrat

Bei den Stadtratswahlen vom 13. Juni 2004 ergab sich folgendes Ergebnis:

Städtepartnerschaften

Mainz unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
- 25px Watford, Grafschaft Hertfordshire (Großbritannien), seit 1956
- 25px Dijon (Frankreich), seit 1957
- 25px Longchamp (Frankreich), seit 1966 mit dem heutigen Mainzer Stadtteil Laubenheim
- 25px Zagreb (Kroatien), seit 1967
- 25px Rodeneck (Italien), seit 1977 mit Mainz-Finthen
- 25px Valencia (Spanien), seit 1978
- 25px Haifa (Israel), seit 1981
- 25px Erfurt (Thüringen), seit 1988
- 25px Louisville, Bundesstaat Kentucky (USA) seit 1994 Eine Städtefreundschaft besteht seit 1984 mit der Stadt Baku in Aserbaidschan.

Wirtschaft und Infrastruktur

Allgemeine Informationen

Wirtschaft und Infrastruktur sind in Mainz von der Zugehörigkeit zum Ballungsraum Frankfurt-Rhein-Main geprägt. Bei Rankings, die sich an der Wirtschaftsleistung der Städte orientieren, belegte die Stadt in den letzten Jahre stets vordere Plätze. So erreichte Mainz in einer Studie der Wirtschaftswoche im Jahr 2005 im Vergleich von 50 deutschen Städten den vierten Rang. Geprüft wurden innerhalb der Studie ökonomische und strukturelle Indikatoren wie Produktivität, Bruttoeinkommen und Investitionen. Mit einer Kaufkraft von 19.676 €/ Einwohner (2005) liegt die Stadt um 15% über dem Bundesdurchschnitt. 2002 erwirtschafteten 147.500 Erwerbstätige ein Bruttoinlandsprodukt von je 55.890 €.

Verkehr

Durch das Stadtgebiet führt in West-Ost-Richtung die Bundesautobahn 60 vom Dreieck Nahetal zum Rüsselsheimer Dreieck sowie von dieser abzweigend in Richtung Norden nach Wiesbaden die A 643. Richtung Süden führt die A 63 über Alzey nach Kaiserslautern. Ferner führen die Bundesstraßen 9 und 40 durch das Stadtgebiet. Rückgrat des öffentlichen Personennahverkehrs sind 3 Straßenbahn- und 21 Buslinien der MVG (Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH — Verkehrsbetriebe der Stadtwerke Mainz AG) sowie anderer Verkehrsunternehmen. Die MVG bildet dabei mit ihrem Wiesbadener Kooperationspartner, der ESWE, ein gemeinsames Netz mit fortlaufenden Liniennummern. Wiesbadener Buslinien beschränken sich auf den Bereich bis einschließlich 49, Mainzer Bus- und Straßenbahnlinien werden mit Zahlen ab 50 nummeriert. Mit den Bussen und Bahnen der MVG werden täglich etwa 150.000 Fahrgäste befördert. Ferner ist die Stadt an das Netz der S-Bahn Rhein-Main angeschlossen. Der Mainzer Hauptbahnhof wird dabei täglich von 440 Nahverkehrszügen angefahren. Alle öffentlichen Verkehrsmittel sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) zu benutzen. Für Verbindungen aus dem und in das Gebiet des Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbunds (RNN) kann auch dieser Tarif bis Mainz angewendet werden. Am Mainzer Hauptbahnhof halten täglich 78 Fernverkehrszüge. Der Bahnhof wird täglich von 55.000 Personen benutzt (Angabe der Bahn). Mainz ist an das InterCity- und EuroCity-Netz sowie das ICE-Netz der Deutschen Bahn angebunden. ICEs erreichen die Stadt dabei sowohl über die "alte" linksrheinische Strecke Richtung Koblenz als auch über den Wiesbadener Abzweig der Hochgeschwindigkeits-Neubaustrecke Köln-Frankfurt. Nach Süden fahren ICE-Züge über Mannheim bis Basel und Interlaken, gegebenenfalls über den Fernbahnhof Frankfurt-Flughafen. Regionale Züge fahren nach Frankfurt, Wiesbaden, Koblenz, Saarbrücken (entlang der Nahe), Mannheim (über Worms), Aschaffenburg (über Groß-Gerau und Darmstadt). Die alte Rheinstrecke, die parallel zur B 9 verläuft, dient auch dem Güterverkehr. Im Mainzer Raum überqueren 5 Brücken den Rhein: zwei Autobahnbrücken (A 60, A 643), zwei Eisenbahnbrücken (Richtung Frankfurt Flughafen und Richtung Wiesbaden) sowie eine Straßenbrücke (zwischen Innenstadt und Mainz-Kastel), in deren Nähe auch die alte Römerbrücke gestanden hatte. Die nächste Rheinbrücke im Unterlauf ist die Koblenzer Südbrücke und im Oberlauf die Nibelungenbrücke bei Worms. Der Mainzer Hafen hat eine Fläche von 30 ha, einen Umschlag von 1,3 Mio t und wird jährlich von 2.200 Schiffen angefahren (2003). Außerdem verfügt Mainz im Stadtteil Finthen über einen ganzjährig geöffneten Verkehrslandeplatz mit 1000 m Asphaltbahn (ICAO-Code EDFZ).

Industrie

In Mainz gibt es (2003) 74 Betriebe des verarbeitenden Gewerbes, in denen mindestens 20 Angestellte arbeiten. Insgesamt arbeiten in den Betrieben über 11.000 Beschäftigte, die einen Gesamtumsatz von über 2,2 Mrd € erwirtschaften. Dazu gibt es in der Stadt (2002) 79 kleinere Betriebe mit weniger als 20 Angestellten. Industrielle Ansiedelungen finden sich vor allem zwischen der Innenstadt und dem Stadtteil Mombach. Größere dort angesiedelte Unternehmen sind das Mainzer Traditionsunternehmen Werner & Merz ("Erdal"), die Schott AG und die ADM Soya Mainz. Die Schott AG (früher: Schott Glaswerke) hat in Mainz seit der Umsiedlung von Jena nach dem 2. Weltkrieg ihren Hauptsitz. In der Mainzer Neustadt (nähe Rheinufer) steht seit den 50er Jahren das Hauptwerk. 1988 wurde in Mainz-Marienborn das Schott Forschungszentrum in Betrieb genommen. 2002 wurde in der Nähe des Hauptwerks in Mainz-Mombach ein weiterer Zweigbetrieb mit Schwerpunkt Ceran fertig gestellt. Derzeit arbeiten 4.000 der 19.000 Schott-Angestellten weltweit am Standort Mainz. 1965 begann IBM in Mainz-Hechtsheim ein Werk für Speichersysteme zu errichten. Später wurden hier vor allem Festplatten hergestellt. 2002 wurde mit dem Verkauf des Festplattegeschäfts an Hitachi das Mainzer Werk geschlossen. An dem IBM-Standort arbeiten aber weiterhin etwa 1700 Mitarbeiter im Bereich der Unternehmensberatung und Softwareentwicklung. Als weiteres Unternehmen im Bereich der Hochtechnologie ist das Pharmaunternehmen Novo Nordisk seit 30 Jahren in der Stadt ansässig. Derzeit arbeiten dort 400 Menschen. Auf ältere Wurzeln kann die Niederlassung von Siemens zurückblicken. Sie entstand schon nach der Übernahme des ersten in Mainz errichteten Elektrizitätswerk (erbaut 1898) im Jahr 1903.

Medien

Die Stadt Mainz ist Sitz des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF), des Landesfunkhauses Rheinland-Pfalz des Südwestrundfunks (SWR) sowie des Studios Rhein-Main der privaten Rheinland-Pfälzischen Rundfunk GmbH & Co KG RPR. An regionalen Fernsehangeboten gibt es neben einem Offenen Kanal auch den regionalen Kultursender K3 Kulturkanal, der seinen Sitz in Mainz hat. Weitere Medienunternehmen sind die BFE Studio und Medien Systeme GmbH, die komplette Studieneinrichtungen und Einrichtungen für Übertragungswagen produziert und die Verlagsgruppe Rhein-Main, die mit 21 täglich erscheinenden Druckerzeugnissen jeden Tag eine halbe Million Leser in Rheinland-Pfalz und Hessen erreicht. Als Tageszeitungen erscheinen die „Allgemeine Zeitung“ sowie die „Mainzer Rhein-Zeitung“. Letztere ist der Regional-Ableger der „Rhein-Zeitung“. Weitere Printmedien sind die „Mainzer Vierteljahreshefte“ für Kultur, Politik, Wirtschaft und Geschichte (mittlerweile im 24. Jahrgang) sowie verschiedene Citymagazine wie z. B. „Der Mainzer“. Mainz ist auch Sitz des traditionsreichen Verlages Philipp von Zabern. 1802 in Mainz gegründet, ist der Zabern-Verlag international auf den Gebieten der Archäologie, Geschichte und Kunstgeschichte führend. Mainz ist ferner Sitz des Musikverlags Schott Musik International. Die Medienunternehmen gehören zu den größten Arbeitgebern der Stadt. Allein das ZDF beschäftigte 2004 rund 3.600 Menschen, die Verlagsgruppe Rhein-Main immerhin 1.200 (2005).

Sonstige Dienstleistungsunternehmen

Neben Hotels wie dem Hilton, dem Atrium Hotel Mainz und dem Favorite Parkhotel ist unter den Dienstleistungsanbietern in Mainz vor allem das Unternehmen G.L. Kayser Spedition zu nennen, das bereits seit 1787 besteht und heute in der achten Generation noch immer ein Familienbetrieb ist. Mit 780 Mitarbeiten gehört es zu den großen Unternehmen der Stadt.

Bildung und Forschung

Mainz war schon in früher Zeit eine Stadt der Bildung. Erstes Zentrum war das Kloster St. Alban, dessen Ruhm als Klosterschule auf den Alkuin-Schüler und Mainzer Erzbischof Rabanus Maurus († 856) zurückgeht. 1477 wurde Mainz Universitätsstadt. Nach Aufhebung Ende des 18. Jahrhunderts nahm die

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz ist ein Bundesland im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland, das am 18. Mai 1947 gebildet wurde. Gültige Abkürzungen sind RLP, RP beziehungsweise RPF. Rheinland-Pfalz grenzt an die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Hessen, das Saarland, Baden-Württemberg sowie an die Staaten Belgien, Frankreich und Luxemburg. Eine thematische Sammlung weiterer Artikel rund um Rheinland-Pfalz findet sich im Portal Rheinland-Pfalz.

Wappen

Das rheinland-pfälzische Landeswappen besteht aus dem Pfälzer Löwen, dem Kreuz des Erzbistums und Kurfürstentums Trier sowie dem Mainzer Rad und erinnert damit an die bis 1806 existierenden Kurfürstentümer Trier, Mainz und Pfalz. Das vordere Drittel nimmt das seit 1273 bezeugte Wappenschild des Erzbistums Trier, ein rotes Kreuz auf weißem Grund, ein. Rechts oben befindet sich das silberne sechsspeichige Rad von Mainz auf rotem Grund, dessen Erzbischöfe das Symbol seit dem 13. Jahrhundert im Siegel führen. Im unteren schwarzen Drittel steht der goldene Löwe für die Kurpfalz. Er trägt eine Krone, die auf den besonderen Rang der Bayernherzöge als "Pfalzgrafen bei Rhein" zurückzuführen ist. Das gesamte Wappenschild ist von einer Krone aus fünf goldfarbenen stilisierten Weinblättern überhöht, ein Zeichen darauf, dass Rheinland-Pfalz das bedeutendste deutsche Weinbaugebiet ist. Eine genauere Beschreibung des Wappens und seiner Bedeutung ist als PDF von der Landeszentrale für politische Bildung unter [http://www.politische-bildung-rlp.de/angebot/download/d52001.pdf Landeswappen Rheinland-Pfalz] zu erhalten.

Geographie

Rheinland-Pfalz umfasst im Norden vom Rheinischen Schiefergebirge die Eifel, den Hunsrück, den westlichen Westerwald und den nordwestlichen Teil des Taunus sowie im südlichen Bereich das Rheinhessische Hügelland, das Nordpfälzer Bergland, das Landstuhler Bruch, die Südwestpfälzische Hochfläche, den Pfälzer Wald und einen Teil der Oberrheinischen Tiefebene. Höchster Berg ist der Erbeskopf (816 m) im Hunsrück, siehe auch: Liste der Berge in Rheinland-Pfalz. Durch Rheinland-Pfalz fließen die Bundeswasserstraßen Rhein, Mosel, Saar und Lahn. Weitere bedeutende Fließgewässer sind Nahe, Sauer, Our, Glan und Sieg als Gewässer I. Ordnung. Wegen ihrer wasserwirtschaftlichen Bedeutung sind weitere rund 720 km der Wasserläufe als Gewässer II. Ordnung verzeichnet. Es sind dies Waldlauter, Wieslauter, Otterbach, Erlenbach, Michelsbach, Pfrimm, Hahnenbach, Simmerbach, Guldenbach, Ahr, Prüm, Enz, Nims, Schwarzbach, Hornbach, Kyll, Dhron, Lieser, Alf, Wied, Nister und Aar. Die restlichen fließenden Gewässer in Rheinland-Pfalz gehören der III. Ordnung an.

Sehenswürdigkeiten

Orte


- Andernach
  - Geysir Andernach auf dem Namedyer Werth
  - Runder Turm
- Idar-Oberstein
  - Deutsches Edelsteinmuseum
  - Edelsteinminen
  - Felsenkirche
- Koblenz
  - Deutsches Eck
  - Festung Ehrenbreitstein
  - Basilika St. Kastor
- Mainz
  - Mainzer Dom
  - Zitadelle Mainz
- Remagen
  - Apollinariskirche
  - Brücke von Remagen
- Sankt Goarshausen
  - Loreley
- Speyer
  - Speyerer Dom
- Trier
  - Amphitheater
  - Kaiserthermen
  - Karl-Marx-Haus
  - Konstantinbasilika
  - Porta Nigra
  - Trierer Dom
- Worms
  - Wormser Dom
- Vulkaneifel
  - Laacher See
  - Abtei Maria Laach
  - Vulkanpark

UNESCO-Welterbe in Rheinland-Pfalz

Bislang wurden vier rheinland-pfälzische Sehenswürdigkeiten bzw. Ensembles in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen:
- 1981: Der Dom zu Speyer
- 1986: Das römische Trier (Porta Nigra, Amphitheater, Kaiserthermen, Konstantinbasilika, der Dom und die Liebfrauenkirche)
- 2002: Die Kulturlandschaft "Oberes Mittelrheintal" zwischen Koblenz und Bingen am Rhein
- 2005: Der 550 km lange Obergermanisch-raetische Limes zwischen Rheinbrohl und Eining (länderübergreifend)

Burgen, Schlösser und Festungen

Hier steht nur eine Auswahl von wichtigen Burgen, Schlössern und Festungen in Rheinland-Pfalz. Weitere sind in den Listen Liste der Burgen und Schlösser und Liste der Festungen zu finden. Liste der Festungen]] Liste der Festungen] Liste der Festungen] Liste der Festungen]

Freizeitparks


- Holiday Park in Haßloch

Geschichte

Die Geschichte des jungen Bundeslandes

Rheinland-Pfalz entstand nach dem Zweiten Weltkrieg aus der ehemals bayrischen Pfalz, aus dem südlichen Anteil des Rheinlands (Regierungsbezirke Koblenz und Trier der ehemaligen preußischen Rheinprovinz), aus der ehemals zu Hessen-Darmstadt gehörigen Provinz Rheinhessen, aus Teilen der preußischen Provinz Hessen-Nassau und aus dem ehemals oldenburgischen Gebiet um Birkenfeld. Gemäß den Beschlüssen der Potsdamer Konferenz ging am 15. Juli 1945 die Besatzungshoheit im Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz von den Amerikanern auf die Franzosen über. Diese gliederten das Gebiet zunächst provisorisch in zwei "Oberpräsidien" Rheinland-Hessen-Nassau (für die bislang preußischen Regierungsbezirke bzw. Gebiete Koblenz, Trier und Montabaur) und Hessen-Pfalz (für die bisher bayerische Pfalz und das zuvor hessen-darmstädtische Rheinhessen). Das Land Rheinland-Pfalz wurde am 30. August 1946 durch Verordnung der französischen Militärregierung geschaffen, wodurch historisch und wirtschaftlich zusammengehörige Gebiete (Koblenz-Bonn, Rhein-Main) der ehemaligen preußischen Rheinprovinz getrennt wurden. Eine Anbindung des ebenfalls französisch verwalteten Saarlandes wurde von der französischen Militärregierung nicht zugelassen. Am 22. November fand im Koblenzer Theater die konstituierende Sitzung der "Beratenden Landesversammlung" statt. Die konstituierende Sitzung des ersten rheinland-pfälzischen Landtags erfolgte am 4. Juni 1947 im großen Rathaussaal von Koblenz, welches nun (bis 1950) die erste Hauptstadt des neuen Landes war. Dr. Wilhelm Boden wurde hier zum ersten Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz gewählt. Schon einen Monat später aber folgte ihm Peter Altmeier in diesem Amt. Ein Gemeinschaftsgefühl entwickelte sich nur sehr zögerlich im neu geschaffenen Bundesland, das sozusagen aus der Retorte entstanden war. 1956 fanden aufgrund von Artikel 29 GG in den früheren Regierungsbezirken Koblenz, Trier, Montabaur, Rheinhessen und der Pfalz Volksbegehren statt, bei denen es um die Angliederung der betreffenden Regionen an Nordrhein-Westfalen, Hessen bzw. Bayern und Baden-Württemberg ging. Alle Volksbegehren außer denen im Regierungsbezirk Pfalz erhielten die erforderliche Mehrheit; doch bis zur endgültigen Durchführung der dadurch notwendigen Volksentscheide zogen fast 20 Jahre ins Land. Bei der Abstimmung vom 19. Januar 1975 wurde in keiner der betroffenen Regionen eine Mehrheit für eine Umgliederung (und auch nicht das notwendige Quorum von 25 % der Stimmberechtigten) erreicht. Damit wurde ein Schlussstrich unter eine jahrzehntelange Diskussion gezogen.

Historische Ereignisse im heutigen Rheinland-Pfalz

Am 17. April 1521 stand Martin Luther vor dem Reichstag zu Worms, wurde vor den versammelten Fürsten und Reichsständen verhört und letztmals zum Widerruf aufgefordert. Er lehnte mit den Worten "Hier stehe ich. Gott helfe mir. Ich kann nicht anders" ab und wurde daraufhin durch das Wormser Edikt geächtet. Worms Auf dem Hambacher Schloss bei Neustadt an der Weinstraße feierten am 27. Mai 1832 viele Tausend freiheitsliebende Bürger aus allen Teilen Deutschlands das "Hambacher Fest". Inzwischen gilt diese Demonstration als Meilenstein auf dem Weg zur Deutschen Einheit, und das Hambacher Schloss wird als die "Wiege der deutschen Demokratie" anerkannt und bezeichnet. Vom 8. - 10. Juli 1948 fand im Berghotel Rittersturz in Koblenz die Rittersturz-Konferenz statt, die auch als Geburtsstätte der Bundesrepublik Deutschland bezeichnet wird. Der rheinland-pfälzische Landtag beschloss 1950 die Verlegung der Landesregierung von Koblenz nach Mainz.

Kultur

Kultursommer Rheinland-Pfalz

Der Kultursommer bietet ein Kulturprogramm für Rheinland-Pfalz in den Monaten Mai bis Oktober. Seit 1993 hat der Kultursommer ein jährlich wechselndes Motto.

Rheinland-Pfalz-Tag

Der Rheinland-Pfalz-Tag ist ein jährlich veranstaltetes Landesfest.

Gartenschau

Für das Jahr 2011 erhielt die Stadt Koblenz den Zuschlag für die Organisation der Bundesgartenschau. In den Jahren 2000 und 2001 fand die erste rheinland-pfälzische